Von Verkostungen und Zwischenfällen

12 03 2017

Meine Reise von Ho-Chi-Minh-City ins Mekong Delta und nach Dalat in Tagebuchform 🙂

 08.03., HCMC

Zum Frühstück gab es in der Bäckerei Sandwich mit Schinken und ein eclairs, dazu 4-layered coffee. Ich vergesse leider immer, dass es hier jeden Kaffee in hot und ice gibt, hab nicht aufgepasst und mit Eiswürfeln bekommen, war trotzdem lecker 🙂 Bei den Travel Agencies hab ich nach Möglichkeiten gefragt, nach Can Tho zu kommen. Die dritte ist es dann geworden – für 180.000VND (7,50€) alles zusammen. Also mit Tasche und Backpack aufs Moped und anstrengendem Muskelaufbau beim nach vorne lehnen aus Angst, hinten überzukippen…dann Umstieg an der Haltestelle – kleine Randbemerkung: mit dem ausgestreckten Arm und der Hand nach unten winken bedeutet „folge mir“, ich dachte es heißt warten 😉 Mit der zugesteckten Fahrkarte in der Hand in den Minibus und zur großen Bushaltestelle, dann Warten (irgendwann hab ich dann auch das System verstanden) und 30 Minuten später Schuhe aus und in den Plastikbeutel und ich liege im Schlafbus, klimatisiert, gratis Wasserflasche, Wlan und Musik. Man sollte nicht zu groß sein, dann wirds sehr eng. Nach 1 1/2h sind wir plötzlich zum Stehen gekommen und hatten einen unerwarteten Zwischenfall, erst heftiger Streit und dann hat von außen n anderer Fahrer das Fahrerfenster von unserem Bus zertrümmert 😳 Dann draußen weitere Diskussion, aber alle sind drin geblieben, also ich auch. Aber alles gut, hatten eine Pause und dort den Bus gewechselt, alle waren sehr hilfsbereit, eine Vietnamesin hat sogar deutsch gesprochen und ich liege im nächsten Bus 😊

 
09.03., Mekong Delta

4:45h aufgestanden, 5:30 mit dem Boot raus zum Floating Market den Händlern beim Alltag zugeschaut. Wir waren gegen 6 dort und der große Trubel vorm Morgen war schon vorbei, komplett andere Zeiten hier, Berge an Früchten auf großen und kleinen Booten, eine Pho vom einen Boot, den Kaffee vom anderen Boot gekauft, so ist das vietnamesische Frühstück 🙂 Gegen 9 hab ich mich spontan der Fahrradtour angeschlossen – die Schule, die Pagoda, eine Töpferei, eine Reis- und Reisweinfabrik mit Verkostung besucht und dann noch alleine rumgeradelt. Kinder rufen „Hello“ und geben dir High Five, an einer neu gebauten Brücke lassen sie Drachen steigen. Der Weg zurück war nicht ganz so leicht, war doch immer der Fluß im Weg und ich auf der falschen Seite. Es sind 30Grad, langsam wird es dunkler und die Moskitos sind aggressiv 🙂 Zum Abschluss des Tages gibt es den Cocktail „Crazy Coconut“ Reiswein mit Limette und Kokosnusssaft in der Kokosnuss, yihah!

 10.03., Mekong Delta

Heute habe ich den ganzen Tag so verbracht, wie man es öfter tun sollte: Rumliegen, heißen Kaffee trinken, Frühstücken, Buch lesen, Mango Shake trinken, Früchte essen, Photos machen, Tagebuch schreiben, Eis-Kaffee trinken, Natur bewundern, Reis mit Fisch essen, mit Backpackern und dem Personal plaudern, eine Fischmassage machen, Moskitos verscheuchen, mit den Hunden spielen, Wasser trinken. Der Abschied vom Mekong Delta fällt schwer, es war einfach nur super entspannend, unvorstellbar schön mit Obstplantagen, Palmen, Fluss, Bambushütten, Hängematten, super netten jungen Vietnamesen, ein Restaurant mit Bar und viel Nix Tun. 19:45 kommt das Taxi, 20:30 fährt der Bus. 

 

11.3.2017, Morgens 5:34

Eigentlich freut man sich ja, wenn eine Fahrt kürzer ist als erwartet, aber nicht, wenn man den Nachtbus nimmt und auf Schlaf hofft 😉 Wir sind zwei Stunden zu früh angekommen. Mit dem Motorroller in Flip Flops mit Jacke bei echter Kälte (9Grad?) zum Hotel, warum habe ich ausgerechnet jetzt ein Hotel gebucht, dass noch nicht geöffnet ist. Zum Glück wurde nach mehrmaligem Klingeln die Tür geöffnet und ich habe keine Ahnung, wie lange ich warten muss. Ich bin in den Highlands in Dalat und langsam wird es hell. Wieder der Liegebus, oben rechts am Fenster. Den Plan mit Stops hätte ich vorher gern gehabt, gerechnet hatte ich mit einer Pause nach 2h und den Rest der Tour ohne Stopp mit durchgängigem Schlaf…ja genau… erster Stopp war 00:47, die nächsten um 2:00, 3:00 und 5:30, plötzlich waren wir da. Man ist ja schon relativ abgehärtet durch die ganzen Reisen und freut sich, dass trotz des Nichtverstehens der Sprache (keiner konnte Englisch) alles geklappt hat und der Bus auch in der Pause nicht ohne mich gefahren ist 🙂 Schlafen konnte ich immerhin insgesamt bestimmt 3h.

7:30 ich sitze inmitten von Vietnamesen im gefüllten Vinh Loi und esse Pho Bo (Rind) für 30K VnD. Jede Pho, die ich bisher gegessen habe, ist anders, verschiedene Nudeln, verschiedene Brühe. 8:19 ich bin wieder vor dem Hotel, das Zimmer ist noch nicht fertig, mein Backpack steht drinnen in der Ecke, ich melde mich für die Secret Tour an, Start: 8:30. 

 
19:27 wir sind zurück von der Tour. Es war super interessant, auch schon deshalb, weil man nicht wusste, wo es als nächstes hin geht. 11 Gäste im Minivan plus Fahrer und Guide. Erster Stop: Foodfarm mit Krokodilen, Rehen, Stachelschweinen, Skorpionen, Mäusen, Krabbeltieren und zu probieren gab es Reiswein und Grashüpfer, klein und geröstet mit Dip…hab ich probiert und wenn man nicht das Tier – so wie es ist – auf dem Holzstocher aufspießt und in den Mund steckt, wüsste man nicht, was man isst. Es schmeckt chrunchy, aber eins reicht auch erstmal… Weiter zum Markt, nicht weniger „gewöhnungsbedürftig“ mit Fleisch bzw. allem, was ein Schweinen und Rindern so dran ist, ausliegend auf den Holztischen zum kaufen. Vom Geruch nicht zu reden, Luft anhalten… und ehrlich gesagt, habe ich Abstand gehalten, das ist so gar nix für mich. Weiter ging es zu den Elephant Waterfalls mit bombastischem Ausblick hinter dem Wasserfall auf glitschigen Steinen und natürlicher Sprühdusche 🙂 Ein kurzer aber heftiger Zwischenfall am Eisstand, nicht 10m von uns: plötzlich ist ein Typ in den Laden gerannt, hat eine Machete geholt und ist auf einen anderen losgegangen, 3 Leute haben ihn überwältigt, ich habe großen Abstand genommen. Einigermaßen erholt vom Schock haben wir mit Pho und vielen unbekannten, sehr leckeren Früchten unseren Hunger gestillt Dann ging es noch zur Seidenfabrik, Kaffeeplantage und in ein Dorf. Puh, was für ein Tag! Zu fünft sind wir dann in Dalat noch was essen und trinken gegangen.

 
01:02 Ich bin im Hotel und gehe ins Bett 🙂 



Chào Ho-Chi-Minh-City!

7 03 2017

Woohoo so lange her, dass ich hier was geschrieben habe!!! Ich war die letzten Jahre seit dem letzten Eintrag auch unterwegs, aber anscheinend habe ich „nur“ mein Tagebuch in Buchform geführt 🙂 Ok, ich bin wieder online! 

Wo bin ich? Zweiter Tag in HCM Stadt, 23:15h, 27 Grad – ich sitze auf dem Balkon vom Hostel mit wunderschönem Ausblick auf die De Tham, also auf eine Straße im Backpackerviertel mit Motorroller- Geräuschen, Hupen, Hupen und Hupen. Dazwischen flackernde Lichter von Leuchtreklamen, Lampen und Bars, hängende Kabel, Wohnungen mit Bergen von Plastiksäcken auf dem Balkon, Pflanzen, Ventilatoren, schmale kleine und große Gebäude in unterschiedlicher Höhe. Ich bin im 2. Stock, unter mir kleine Läden, Essstände, ein Kiosk, Bars, Cafés und viele viele fahrende und stehende Motorroller. Das ist wohl der mit Abstand größte Unterschied zu meinen bisherigen Reisen. Es ist anstrengend, nicht nur die Geräuschkulisse und die Luft, sondern die Hektik und das nie Stillstehen und nie weniger werdende Aufkommen von fahrenden Vietnamesen. Das Laufen war anstrengend und auch wenn ich die Vorteile der großen Stadt genieße, so freue ich mich doch darauf, hier morgen wieder zu fliehen. Ich hatte gedacht, ich kenne mich aus im Überqueren von Straßen, war ich doch in Kairo und Indien, aber weniger die Autos und Busse, vielmehr die – man ahnt es schon – Mopeds machen meinen Füßen Angst. Links und rechts, quer durch, egal ob grün oder rot, keine Ampel, Zebrastreifen oder nicht, selbst auf Fußwegen habe ich die Flucht unter Bäume gesucht.


Das war Anlass genug, selbst aufs Moped zu steigen, nicht zum Fahren, ich habe spontanen eine Tour gebucht und saß hinten drauf. Verständlich wird dann schon, warum es so viele davon gibt – 8 Millionen hier, wurde mir gesagt. Es ist der schnellste Weg um vorwärts zu kommen, selbst fahren würde ich hier nie und auf den Moped-Taxis saß ich auch noch nicht. Abends mit 40km/h durch Saigon auf dem Moped, irre, schön, verrückt, schnell und gefühlt immer knapp vorbei an den anderen Mopeds. Mit Stops in District 4, 5, 6, 7 und 8, vom Chinatown über das hochmoderne Viertel der Expats bis hin zum District der besten Desserts. Hier bin ich in District 1, der Touristen-und Geschäftsbezirk. Insgesamt gibt es 24 in HCMC, es ist so riesig!! Die Tour war super und ging viel zu schnell vorbei und ich bin so satt, von vietnamesischen Pancakes, Milk Apples, Zuckerrohrdrink und Pudding. 

Und vorher habe ich einen „Spaziergang“ durch Old Saigon gemacht, 5h für eine gefühlte Ministrecke, aber dafür mit schönen Ecken und natürlich den obligatorischen Sehenswürdigkeiten wie der Notre Dame (hatte leider zu), dem alten Post Office und dem Reunification Palace, daneben habe ich die Stunden mit Verschnaufpausen in klimatisierten Shoppingmalls, Cafés, einer Bäckerei, einem Juice Shop, einem Restaurant, einer Buchhandlung… vorbei am Theater, am Fluß, an Hotels, an Straßenverkäufern, durch den Park und stehend zwischen Baustellen verbracht. Beim Laufen fällt auf, dass man sich einfach mal auf der falschen Seite befinden kann. Also nicht wirklich falsch, nur kommt man nicht mehr auf die gegenüberliegende Seite bzw. hat keine Lust, sich mal wieder durch die fahrenden Massen zu begeben. Oft genug muss man es doch und wie gesagt, es ist jedes Mal wieder eine kleine oder große Herausforderung 😉


Und die letzten „Tage“? Ich war in einer Bar, die genau gegenüber der Buffalo Bar ist, in der ich fast genau vor 5 Jahren war, war mit Kanadiern feiern, habe auf einer der zahlreichen hell erleuchteten Rooftopbars den Blick auf Teile der Stadt mit glänzenden Fassaden der Hochhäuser genossen, vietnamesischen Kaffee mit gesüßter Kondensmilch und die Biere Saigon und Tiger getrunken, Pho gegessen, Pandana Pudding und Green Tea Kit Kats probiert und versucht, mich zurechtzufinden. Wie schon gesagt, morgen fliehe ich aufs „Land“, auf ins Mekong Delta mit einem Bungalow am Fluss, wahrscheinlich Ruhe und Natur und ohne Mopeds 😉



¡Hasta luego!

6 06 2014

Es ist 23:28, es sind 25 Grad und es ist Halbmond. Meine Haare sind größtenteils blond und ich bin in Panama City. Nach den ganzen Tagen und vielen Gedanken, die ich niederschreiben wollte, sind diese noch immer in meinem Kopf und nicht niedergeschrieben. Ich kann nicht glauben, dass in wenigen Stunden der Shuttlebus kommt und mich zum Flughafen bringt, wo ich dann knapp 4 Stunden warten werde und in den Flieger steige…

ich habe längst nicht alles von Panama gesehen, aber einen der schönsten Strände, ich war schnorcheln, habe mich im Wald verlaufen, habe mich im Bodysurfing versucht, Hot Springs erkundet, neue Reisebegleitung gefunden, habe im Hostel mit Pferd im Garten, Hühnern im Flur und Hund vor der Tür zugebracht und Nächte mit undichtem Dach verbracht. Ich bin in Panama City angekommen, die letzten Tage gab es mehr Regen als Sonnenschein und ich habe es geschafft, die Kleidung zu trocknen, so viele selbstverständliche Dinge, wie bspw. Wäsche waschen und trocknen, sind hier Erlebnisse 🙂

Heute hat es wieder geregnet und gedonnert und geblitzt, so dass wir durch das Wasser waten mussten, wie gut, dass es hier sauber ist und Du keine Angst vor merkwürdigen Dingen oder gruseligen Tieren haben musst, während Du mit Fliflops tiefer ins Wasser eintauchst, als gehofft. So richtig konnte ich die Stadt nicht erkunden, da wir heute erst angekommen sind und nicht so viel Zeit hatten. Wir wohnen im Viertel Casco Viejo, was sehr an Europa erinnert und haben einen fantastischen Ausblick auf die Skyline der Stadt mit ihren riesigen Wolkenkratzern. Ich hatte keine Vorstellung von der Stadt und auch jetzt noch nicht wirklich. Ich hatte gehofft, noch mehr zu sehen, doch vielleicht ist es nicht das letzte Mal, dass ich hier bin.

So schnell vergingen die letzten Tage, mein Tagebuch ist grad mal auf dem Stand von letzter Woche und ich möchte mich gar nicht an den Grenzübergang nach Panama erinnern, denn dieser gehört zu den, ich sage mal, unschönsten, die ich je erlebt habe…

Ich bin gespannt auf die kommenden Tage, bin gedanklich im Hier und Jetzt und hoffe, dass bleibt für eine Weile so. Der Versuch des Nichtplanens ist erfolgreich durchgeführt worden und ich kann es nur weiterempfehlen. Gerade jetzt weiß ich, was es heißt, im Moment zu sein…

Mit philosophischen Gedanken und dem Bewusstsein, mehr als nur etwas auf der Reise gelernt zu haben, verabschiede ich mich von hier, von Zentralamerika. Noch nicht offiziell und noch nicht für immer 🙂



On the road again

22 05 2014

Wuhu, schon wieder ist fast ein Monat ist vergangen. Inzwischen bin ich in Costa Rica in Samara, sitze neben dem Pool, 100m vom Strand entfernt und die „Kids“ neben mir spielen Waterfall…ein Trinkspiel…

Achja, warum plötzlich Costa Rica? ich habe einen Flug gebucht, für den 6. Juni… von Panama aus. Der Flug ist kürzer und günstiger und ich bekomme neue Länder zu sehen 🙂 Deshalb befinde ich mich auch auf dem Weg in den Süden. Aber von Anfang an, und zwar im Schnelldurchlauf 🙂

First Days in Nicaragua

First Days in Nicaragua

Ich habe die Kälte und die Zeit des Alleinseins hinter mir gelassen und bin Anfang Mai mit Glenda von Antigua aus spontan nachts nach Nicaragua gefahren. Managua ist nicht wirklich sehenswert, von daher ging es schnellstens nach Leon, eine Stadt mit vielen Travellern, jugendlichem Vibe, Straßenständen, Bars… Ideal zum Erkunden ohne Stress, ohne alle 5Meter angequatscht zu werden, zum Entspannen im Parque Central, Genießen des Ausblicks von der Kathedrale aus, Erfrischen mit guten Smoothies und abendlichem Abschluss im Kino („leider“ in Englisch, aber dafür mit spanischen Untertiteln). Das Volcanoboarding, was anscheinend ein Muss ist, haben wir dann doch nicht mitgemacht, man muss ja nicht alles machen und viele haben uns gesagt, dass es gar nicht so aufregend sei, aber natürlich etwas, wovon man auch großartig erzählen könnte.

Leon

Leon

Nach Leon ging es nach Granada, worauf ich ehrlich gesagt, sehr gespannt und dann doch eher enttäuscht war. Es ist schwer zu beschreiben, die Kirchen und besonders die Kathedrale sind schon super interessant und nicht zu verachten, aber das Gefühl in der Stadt war irgendwie nicht so gut. Abends waren die Straßen leer und die Locals meinten, es sei gefährlich, raus zu gehen. Wir haben es also am ersten Abend gerade mal 10 Schritte weit geschafft, dann siegte das Bauchgefühl und wir sind umgekehrt. Seltsam… wenn man zur Calle Calzada geht, findet man sich in der Fußgängerzone wieder, mit Bars und Restaurants und Straßenmusikern… wenn ich also hier im teuren Viertel im Hotel wohne und die Straße und Kathedrale habe, ist die Stadt wunderschön. Aber wenn Du um die Ecke zum Markt gehst, siehst Du Dreck, wirst angequatscht und traust Dich nicht, viel Geld dabei zu haben. Es ist nicht wirklich gefährlich, aber auch nicht schön und wir haben uns krass unwohl gefühlt. Genauso ist es auch mit der Fußgängerzone: Die Einheimischen sagen, nach der zweiten Kreuzung solltest Du wieder umkehren…

Granada

Granada

Insgesamt haben wir also gar nicht so viel Zeit in der Stadt verbracht, was auch unter anderem daran liegt, dass es so heiß ist in der Stadt (Leon war noch wärmer). Wir sind zur Laguna Apoyo gefahren (ein See im Krater wunderschön und sehr zu empfehlen zum schwimmen und relaxen), haben eine Bootstour unternommen, und eine Fahrradtour gemacht und von daher überdecken diese schönen Momente jetzt die Erinnerungen and die Stadt an sich.

 

Weiter ging es nach San Juan del Sur, ein Surfertown, Gringoland, eine kleine Stadt mit Surfshops, Strand, Bars, Shops und Gringos – kaum Locals, die Einheimischen sind eher am Rand zu finden, hier weißt Du nicht, dass Du in Nicaragua bist, denn Du siehst das lokale Leben nicht. Hier dreht sich alles um Surfen, Coolsein, etwas auch ums Gutaussehen. Ich sage auch nicht, dass das schlecht ist, aber ich finde, man sollte nicht den Blick aufs Ganze verlieren. Ich genieße ja auch den Luxus, wir fahren zu zwei Stränden, ideal für Surfer, mit krassen Wellen, leider nicht so zum Schwimmen geeignet.

Isla de Ometepe

Isla de Ometepe

Danach ging es auf die Insel – die Isla de Ometepe mit den zwei Vulkanen mitten im Nicaraguasee. Ein Wort dazu: phantastisch! Die Stadt am Dock ist nicht spektakulär, aber die Playa Santo Domingo mit unserem Hotel direkt am Strand dagegen schon. Es ist so anders, im See zu schwimmen, besonders, nachdem Du im Ozean schwimmen warst. Das Wasser ist grün, die Wellen seicht und ich habe keinen Salzgeschmack im Mund. Es ist menschenleer, man merkt, dass wir in der Nebensaison sind und das ist auch gar nicht so schlimm. Im Comedor gibt es gutes Essen und wir entspannen mit Michelada (Bier mit Tomatensaft und Gewürzen) und unserem neuen Hobby Makramee im Hotel. Weiter gibt es auch nichts zu sehen, wirklich nicht. Strand, Sand, See, that’s pretty much it 🙂

El Zopliote, Isla de Ometepe

El Zopliote, Isla de Ometepe

Mit dem lokalen Bus gehts am nächsten Morgen (nach Warten am Straßenrand in der Hitze und heranwinken des Buses) zur Finca El Zopilote, gar nicht so weit entfernt von hier. Mit dem Backpack über steinige Wege hoch zur Finca zu laufen macht schon so keinen Spaß, aber erst recht nicht, wenn es so heiß ist, dass Du Schweiß in den Augen hast… Was für ein Gefühl, das erinnert mich stark an ein Festivalgelände und es wäre perfekt dafür geeignet mit Dorms in Hütten in der Natur, Yoga, Schmuckworkshops, hausgemachte Schokolade, leckeres gesundes Essen, Pizzaofen, Hängematten, Aussichts“türme“, Ökotoiletten (wer mehr darüber wissen möchte, kann mir gern schreiben), gefiltertes Trinkwasser umsonst und viel viel Freiraum und Platz. Super schön, hier kann man länger bleiben und wir treffen auch immer wieder Menschen, die genau das tun: länger bleiben. Neben Morgan’s Bar und der Tienda an der Ecke unten an der Straße gibt es nicht viel. Man findet ja auch alles im Hostel oder im Bookshopbus 🙂 Eine Wanderung unternehmen wir dann doch noch zu Inanitah, einem Kleinod, was auch wieder schwer zu beschreiben ist, eine Community mitten in der Natur mit der Dusche mit dem besten Ausblick auf beide Vulkane, den See und die Insel und einem Pool mit genau diesem Ausblick daneben. Ein komplett anderes Leben und Du kannst hier als Volunteer für mindestens 4 Wochen bleiben und musst Dich anstrengen, wieder zu gehen. Glenda bleibt übrigens hier und ich gehe. Ich kann mich gar nicht fragen, ob ich bleiben will, denn für mich gehts weiter.

I have a flight to catch. Was für ein Abenteuer 🙂 Überhaupt ein Abenteuer, weil ich so gar nichts plane und sich das immer erst spontan entscheidet, wo ich als nächstes bin. Und bisher läuft alles super. Das ist der Vorteil, wenn man Zeit hat und keinen Urlaub von zwei Wochen. Juhu!!!

Ok, zurück zum Thema, wenn Du noch bis hierhin liest, denn das ist wieder mal ein ziemlich langer Text geworden… Ich ziehe alleine weiter und überquere noch am nächsten Tag die Grenze nach Costa Rica (nach ca. 9h Trip mit stressigem Grenzübergang und mehr als 42$ weniger in der Tasche. Warum? Um in Costa Tica einreisen zu können, brauchst Du ein Ticket oder ähnliches als Ausreisebeweis. Mein Ticket von Panama nach Deutschland zählt nicht, meinte die Dame vom Schalter. Ja, nee, ist klar, ich werde also nach Panama reisen, aber nie Costa Rica verlassen!?! Dafür durfte ich mir dann ein Ticket für einen Bus von Costa Rica nach Panama von nur 42$ kaufen, obwohl ich noch gar nicht weiß, wann und wie ich nach Panama komme…was für ein Geschäft, dafür existieren also die Buden hier direkt vor der Immigration, ehrlich, genau dafür. Das hinterlässt ein gewaltiges Loch in der Reisekasse, soviel habe ich kaum für je einen Transport hier bezahlt…).

Von der Grenze aus fahre ich spontan nach Liberia, übernachte einmal (kaum Touristen oder Backpacker hier) und entscheide mich dann für Samara, nachdem ich morgens durch Zufall im Internet drauf gestoßen bin. Na dann, auf ins lokale Transportwesen 🙂

Ich habe es also geschafft, die Busse gefunden und befinde mich nun auf der Halbinsel in Costa Rica. Statt einer Nacht werde ich noch eine zweite hier in Samara verbringen. Ich weiß jetzt auch, warum Lonely Planet meint, dass nicht nur ein Expat für zwei Wochen hierher gekommen ist und für immer geblieben ist. Absolut zu empfehlen und ich freue mich so, dass ich hier bin, ein weiteres Kleinod, was ich nur empfehlen kann aber gar nicht groß bewerben will, damit es auch so bleibt.

Morgen geht es dann weiter mit dem Bus nach San José, nur, dass ich nicht nach San José will. Ich weiß noch nicht genau, ob Monteverde oder Montezuma mein nächstes Ziel sein wird, aber wie gesagt, das weiß ich ja auf meiner Reise fast nie, also schauen wir mal… (Das Transportwesen ist momentan deshalb so schlecht, weil Regensaison ist – aber zum Glück regnet es nicht – und die Straßen vom Fluss überschwemmt sind. Noch dazu ist Nebensaison und es gibt kaum Touristen. Das ist auch ein Abenteuer – wie komme ich von A nach B)

Kurz noch etwas zum Bussystem, weil ich grad dran denke. Costa Rica: je nachdem, welchen Bus man nimmt, ist das unterschiedlich, aber bisher ruft hier keiner das Ziel aus und keiner sitzt im Bus wartet darauf, dass es los geht, es gibt auch keinen Dachgepäckträger, stattdessen gibt es einen Ticketschalter und dann reiht man sich mit dem Ticket in der Hand in die Schlange vorm Bus ein…und wartet. Taxiausrufer und Verkäufer gibt es auch hier, sie schreien nur nicht ganz so laut wie in Guatemala. Ich saß in einem Bus, der hatte sogar einen Platz für einen Rollstuhlfahrer. Wenn man der Musik lauschen würde, wüsste man nicht, in welchem Land man ist, da gibt es kaum Unterschiede, wie ich das mitbekomme 🙂

In diesem Sinne zitiere ich Marc Anthony (dessen Song wir jetzt in und auswendig können und sogar ein Video unserer Karaoke gedreht haben – für 10€ zu erwerben ;)) “ Voy a reir, voy a bailar, vivir la vida lalalalala“ und verabschiede mich für heute, hier live aus Samara.



Interkulturelle Kommunikation in der Praxis

27 04 2014
Xela im April

Xela im April

Willkommen zum Sonntag hier in Xela! Leider ist das Wetter trüb, der Himmel mit Wolken verhangen und kaum Sonne zu sehen. Gestern gab es ein HipHop Konzert, die Terrasse vom Hostel war voll von Teenagern und ich hab mich verkrümelt, schlafen konnte ich dann trotzdem erst sehr viel später, so dass ich heute ausgeschlafen habe.

Auf dem Weg zum Lieblingscafe, schon in Gedanken den Café Latte in den Händen und den Cheesecake vor mir, bleibe ich erschrocken stehen. Es ist zu!? Der garagentorähnliche Eingang ist verschlossen. Vielleicht ist das ein Zeichen, mal ein anderes Café auszuprobieren. Ich laufe rum und Ende schließlich im Baveria – Kaffee und Grill – das steht so auf Deutsch hier. Eigentlich etwas abschreckend, man will auf Reisen irgendwie nie in deutschen Cafés sitzen, aber das ist schon anders hier und super schön Innendruck mit Hunderten von Bilderrahmen mit Zeitungsausschnitten, Photos und Postern von Musikern und berühmten Leuten aus längst vergangenen Tagen. Ich trinke Milchkaffee und esse Crêpes mit Nutella und Erdbeeren, Mandeln und Sahne. Wuhu lecker!

Ich komme mir vor, wie in einer anderen Welt, um mich herum sind 60 Prozent der Tische besetzt – mit einzelnen Menschen, genau so wie ich sitzen die meisten hier allein mit ihrem Laptop oder Buch. Ein verliebtes Päärchen in der Mitte bildet die große Ausnahme. Es könnte ein Theaterstück sein, denn es ist so wirr und doch so real. Links neben mir sitzt eine Frau und telefoniert per Skype, rechts neben mir sitzen sich zwei Freundinnen gegenüber, unterhalten sich aber nicht, sondern tippen beide schweigend auf ihren Laptoptastaturen. Noch eine Ausnahme bilden eine Frau und Mädchen vor mir, sie unterhalten sich… Im TV läuft ein Fußballspiel, aber keiner schaut hin. Oh doch, ein Mann schaut zu, Nein, er bezahlt gerade und geht. Ich würde gern ein Photo machen, aber ich glaube, man kann sich das Bild jetzt hier einigermaßen gut vorstellen… Naja und ich sitze hier mit meinem Pad allein, falle also überhaupt nicht auf.

Morgen ist schon wieder Schule, irgendwie freue ich mich, dass es meine letzte Woche ist und ich dann weiterreise. Morgen wäre übrigens mein Abreisetag, ich bin noch am Verhandeln mit American Airlines zum Wechseln des Flugs…

Momostenango und Schule

Momostenango und Schule

Also Schule? Ja. Anstrengend und diese Woche ist dann auch nochmal einiges zusammen gekommen, dass ich mich gefragt habe, ob das überhaupt etwas bringt, dass ich hier bin… Donnerstag war einer von diesen Tagen, wo Du dich das fragst: Die von mir benutzen Marker an der Tafel waren nicht abwischbar, so dass ich später schrubben konnte… die Kinder haben mich mit Maismilch vollgespritzt und den Kampf mit dem Hund ums Brot hab ich mittags auch verloren… Und die Klassen sind so unterschiedlich, manche Kinder sind wirklich interessiert und machen mit, aber andere gar nicht und am Freitag brauchte ich dann auch ein Gespräch, nachdem in der letzten Klasse nicht nur die Kinder nicht mitgemacht haben und kein Lehrer da war, sondern die Kinder rumgesprungen sind und während ich kurz nicht in der Klasse war, sich auf meine Sachen gestürzt haben…

Das Gespräch wär hilfreich, wenn auch keine Besserung in Sicht ist. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass jeden Tag etwas anderes gemacht wird, nur nicht Schule, denn es gab den Wettbewerb ums Singen, die Präsentation der Lesetechniken, diese Woche dann war ein Tag Tag der Eltern und am Freitag Réunion der Lehrer, weswegen sie auch später nicht in den Klassen waren. So ungefähr stimmt das auch, meinte mein Ansprechpartner. Bildung ist nicht so wichtig und einige Familien verstehen auch nicht das Konzept Schule, sie geben ihre Kinder nicht dahin, um etwas zu lernen, sondern damit sie nicht daheim sind und was zu Essen und Trinken bekommen. Viele Kinder sind auch immer noch daheim oder arbeiten und nicht in der Schule. Auch die Lehrer haben eine andere Auffassung vom Unterricht und die ganze Kultur ist natürlich so anders. Er meint, wenn ein Kind nicht zur Schule kommt, geht es zum Lehrer und sagt: „Ich komme morgen nicht.“, ohne um Erlaubnis zu fragen, es ist eine Feststellung. „Warum nicht?“, fragt der Lehrer. „Es gibt eine Fiesta.“ Mhmhmhm… Ja, als Beispiel. Ein weiteres Beispiel: Er meinte zu mir, dass manche Eltern auch keine Bücher kaufen, weil sie zu teuer seien, aber sie geben viel Geld für Kleidung der traditionellen Tänze und Feste aus und für all jenes, aber daheim und in der Schule laufen die Kinder dreckig rum mit kaputten Schuhen, verschlissener Kleidung und ungekämmtem Haar… Da als Lehrer etwas zu unternehmen, sei so schwer.

Er meint zu mir, wenn Du hier arbeiten willst, brauchst Du viel Geduld! Für mich habe ich momentan richtig richtig viel Geduld und trotzdem ist das sooooooo schwer und ich bin ja schließlich auch nicht hier, um die Kinder zu disziplinieren, ich bin ja kein Lehrer im eigentlichen Sinne, ich lehre Englisch auf eine spielerische Art und Weise, bin ein Zwischenstück zwischen Lehrer und Schüler und hätte ehrlich gesagt lieber kleine Klassen mit Schülern, die wirklich Englisch lernen wollen und nicht ganze Klassen, wo die Lehrer bzw. Praktikanten keine Ruhe reinbringen können und nur die Hälfte der Schüler interessiert ist. Ja meine Geduld ist da und ich bereite vor, habe viel über Englisch als Zweitsprache gefunden, habe Spiele zusammengestellt, Spielzeuge, Farben, aber all die Vorbereitung bringt nicht viel, wenn kaum einer mitmacht… Das ist so momentan das größte Manko, die fehlende Mitarbeit und Unterstützung, denn sobald ich in die Klasse gehe, lehnt sich der Praktikant mehr oder weniger zurück und lässt mich allein. Der Lehrer telefoniert auch mal eben in der Stunde oder geht raus oder unterhält sich mit dir vor der Klasse (in der Stunde)… Nunja, mit vielen Sachen kann ich mich arrangieren und habe kein Problem damit, es ist eben anders (und schließlich habe ich Interkulturelle Kommunikation studiert – jetzt ab in die Praxis 😉 ), aber manche Dinge sind dann eben doch schwer theoretisch erfassbar und praktisch immer wieder neu. Wäre sonst auch schade und nahezu langweilig, wenn alles wie in der Theorie glatt läuft…aber wie gesagt, ich kenne es jetzt und habe es mitgemacht und freue mich über die Erfahrungen, aber auch darüber, wieder gehen zu können.

Und sonst so? Musste mich diese Woche stoppen, laut auf der Straße los zu lachen, aber finde es sehr witzig, wenn der Club der anonymen Alkoholiker nicht nur am Haus groß den Namen und die Zeiten zum Treffen ranschreibt, sondern auch noch die Tür zum Saal zur Straße offen ist und jeder hineinschauen kann… Ich habe noch einen letzten Ort in Momos zum Essen, wo man mich allein lässt, in allen anderen bin ich etwas zur Attraktion geworden und mir werden immer Fragen gestellt, also ich bin jetzt „stadtbekannt“, naja ist auch nicht schwer hier ;)… Achja, meine Hose fängt an, sich selbst zu verlieren, erst sind die Schlagstücke am Hosenbein abhanden gekommen, jetzt löst sich langsam der Stoff oben… Ich bin also los zur Shoppingtour und habe nicht nur drei Shirts gekauft, sondern jetzt auch noch eine Jeans, für sagenhafte 10Q.! Wow. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich schon lange keinen richtigen, also großen, Spiegel hatte, zum Glück habe ich einen in meinem Bad, der ist allerdings klein, fürs Gesicht halt… Der Spiegel im „Geschäft“ war übrigens mittelgroß und leicht kaputt und deshalb hoffe ich einfach, dass das jetzt halbwegs ok aussieht mit der Jeans 😉 aber schließlich geht es auch mehr ums praktische als um die Schönheit… Oder?



Mein Lehrerdasein und Semana Santa in Antigua

20 04 2014

Hallo hallo und frohe Ostern aus der Ferne! Mich gibt es noch und ich stelle mit Entsetzen fest, dass ich den Blog ganz schön vernachlässigt habe…

Copán in Honduras I

Copán in Honduras I

Nach meinen letzten Reisetagen in Copan in Honduras mit Maya Skulpturen, einem Kurzbesuch im Kindermuseum (super interaktiv und empfehlenswert, aber leider hatte ich zu wenig Zeit, um es anzuschauen), einem Megastau in und vor Guatemala City, einem letzten Tag mit Abdul in Antigua mit Besuch im Schokomuseum und einem Cuba Libre in einer Bar bin ich also jetzt allein unterwegs und momentan wohnhaft in Momostenango in einer Gastfamilie mit eigenem Zimmer und Bad und mehr oder weniger regelmäßigem Wasser.

Im Haus leben noch zwei Voluntäre für andere Organisationen, die ich aber nie zu Gesicht bekomme. Hier ist es leider wieder kalt und in einem Zimmer auch, da ich kein Fenster nach draußen, sondern nur zum Flur besitze. Das Haus ist aber super schön, groß, ich habe die gesamte untere Etage für mich mit Küche, Mikrowelle, einer Waschmaschine und sogar Internet. Nach einer Flohattacke im Zimmer und Waschen der gesamten Wäsche bin ich jetzt (schon wieder) erkältet, aber beides ist wohl nicht wünschenswert, doch geht vorüber 🙂

Mein Lehrerdasein in Momostenango

Mein Lehrerdasein in Momostenango

Momostenango (kurz: Momos) ist vergleichsweise klein und liegt hoch in den Bergen, ca. 1 1/2 Stunde mit dem Chickenbus von Xela entfernt, mit dem Auto 40 Minuten. Im Zentrum ist ein Park mit antiken Häusern herum, einem Kulturzentrum mit einer Bibliothek, Informationen zur Geschichte und Kultur, Computersäle und regelmäßigen Aktivitäten. Im Ort gibt es mehrere Comedore, wenige „Restaurants“, mehr Internetcafés und Fotokopieläden als sonst etwas, Tiendas, einen Markt… und man kann sich schlecht verlaufen, da es mit einer Hauptstraße doch übersichtlich ist. In der Nähe gibt es Agua Caliente, die ich noch besuchen will. Die Los Riscos (natürliche Steinformationen) habe ich schon besucht.

Momos und Xela

Momos und Xela

Ich arbeite in Chocantary als Voluntär in der Schule und lehre Englisch in der vierten, fünften und sechsten Klasse: A und B, also 6 Klassen täglich je eine halbe bis dreiviertel Stunde von 8:00 bis 1:00, fahre morgens halb 8 mit dem Mikrobus zusammen mit den anderen Lehrern zur Schule und gehe in die Klassen. Wir lernen Farben und Tiere und die Famile und Verben und und und… Ich werde umringt von den Kindern, mir werden Fragen gestellt und es ist schwer, zwischendrin mal eine Pause zu haben. Es ist aufregend und spannend und anstrengend und so anders, ich tauche ein in die Kultur und bin die einzige „Weiße“. Letzte Woche gab es einen Schulcontest mit Singen und Malen: 20 Schulen à 3 Klassen, das waren also 5h, 60 Lieder… Kann man sich vorstellen, wie das war? Interessant, aber auch lange und viele Lieder kamen mehrmals, was am Ende einfach nur noch lustig war. Vornehmlich wird Maya gesprochen – Quiché (K’iche‘) und sonst Spanisch und mehr oder weniger 24h Spanisch sprechen bzw. halbwegs, denn flüssig bin ich lange noch nicht, ist anstrengend für den Kopf 🙂 nachmittags habe ich „frei“, also ich fahre zurück in die Stadt, lerne Spanisch und bereite den Unterricht vor. Jetzt weiß ich mal mehr oder weniger, was es heißt, Lehrer zu sein, auch, wenn es natürlich so ganz anders ist von der Organisation her und nicht zu vergleichen mit deutschen Schulen.

Eine kurze Anmerkung am Rande: Hier bin ich so groß im Durchschnitt, dass ich gefragt werde, die Glühbirne an der Decke einzusetzen 🙂 Und noch eine Anekdote: Es ist ja gemeinhin bekannt, dass sich Elektrizität und Wasser mögen und am besten zu kombinieren sind. Nun ja, in der Dusche jedenfalls funktioniert das so: Du drehst den Wasserhahn auf und legst den Schalter vom Stromkasten daneben um, es rattert und aus dem oberen Teil des Duschkopfes kommen winzig kleine Lila Funken… das Wasser wird tatsächlich heiß, leider zu heiß… Das heißt, Du kannst Dich entscheiden, ob Du es eiskalt oder sauheiß haben möchtest, ein Zwischendrin ist nicht möglich. So viel zum „Wechselduschen“ 😉 Diese Woche habe ich dann auch einen Minischlag im Finger beim Drehen des Hahns bekommen, der war auch noch Tage später spürbar, soviel zu meinem Duscherlebnis… Das war übrigens die Geschichte, als es noch Wasser gab, denn von Donnerstag Mittag bis ca. Samstag Morgen gab es kein Wasser… ich erspare mir die Details, zum Glück gibt es Agua Pura…

Falls ihr mal in Momostenango seid, kann ich das Eckrestaurant „Galera“ empfehlen: für 20q. gibt es sehr leckeres Essen: Chorrizos, Frejoles, Brot mit Knoblauch, eine Kartoffel mit Kräutern, Tortillas und Rosa de Jamaica (Hibskusblütengetränk). Weiterhin sehr gut sind direkt gegenüber für 6Q. die Pupusas der Pupuseria „el Rincon Salvadoreño“ mit Käse oder Fleisch oder Mixta mit allem. Letztens habe ich mich gefragt, ob ich meine „Restaurants“ nach Abendprogramm aussuchen sollte, denn auch wenn ich immer die einzige bin, die allein is(s)t, gibt es überall TV und je nachdem, wo Du bist, natürlich auch ein anderes Programm mit mostly Telenovelas – ein Traum!!! Achja, wenn Du zum Bäcker gehst und nach ungesüßtem Brot fragst, bekommst Du eine bescheidene Auswahl: fast alle, wie soll ich es nennen, brötchenähnliche Teile sind süß, auch, wenn sie zum Beispiel mit Frejoles oder Käse gefüllt sind…

An den Wochenden fahre ich nach Xela, da es manchmal und gerade am Wochenende einsam in Momos ist. Da wir beim Thema Bus sind: Falls ich es noch nicht erwähnt habe, in die Busse kommen immer wieder Menschen und verkaufen Obst, Essen, Süßigkeiten und auch Vertriebspersonen sind immer wieder anzutreffen, die einen mehr oder weniger langen Vortrag halten und ihr Produkt präsentieren, man sollte sie zu Vorträgen einladen. Achja, Bettler steigen natürlich auch immer wieder dazu… Bislang habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, ich erwähne nur kurz, dass einmal ein Bus mit meinem Gepäck auf dem Dach einfach mal losgefahren ist… Nachdem ich ausgestiegen bin. Ich bin also losgerannt, habe dem Mann das Problem zu verstehen gegeben, aber der Bus hat nicht angehalten. Zum Glück ist Alex, ein Guatemalteke, der neben mir im Bus saß, losgesprintet… und kam tatsächlich mit meinem Backpack wieder. Wow! Glück gehabt 🙂

Semana Santa in Antigua 2014: Prozessionen über Prozessionen

Semana Santa in Antigua 2014: Prozessionen über Prozessionen

Achja, diese Woche hatte ich von Mittwoch an frei und mich nach Antigua zur Semana Santa gewagt! Was für ein Erlebnis! Nirgendwo in Guatemala gibt es so viele Prozessionen wie hier und der Ort wird zum Mekka, die Hotels sind ausgebucht und die Stadt voll mit Menschen. Auf dem Weg dahin im Bus gequetscht in der Fahrertür ging es los, zu einer Gastfamilie, die Bekannte von Bekannten aus Momos sind.

 

Semana Santa in Antigua 2014: Die Vorbereitung der Alfombras

Semana Santa in Antigua 2014: Die Vorbereitung der Alfombras

Ich habe mich hineingewagt ins Erlebnis Ostern mit Abertausenden von Menschen aus Guatemala und aller Welt: habe Prozessionen mit riesigen Barren mit Jesusstatuen und Maria vom Leidensweg bis kurz vor der Auferstehung gesehen, Emotionen erlebt, eine andere Kultur erfahren und an einem anderen Ostern teilgenommen. Paukenschläge haben mich zusammenzucken lassen, Alfombras (riesige Teppiche aus bunten Sägespänen mit Blüten, Obst, Gemüse, Verzierungen, Kerzen… auf den Straßen) mich fasziniert, die Massen manchmal genervt, meine Tasche 24h vor Dieben geschützt; bin Umwege gelaufen, weil die Straßen verstopft waren, konnte mich nicht satt sehen an den lila oder schwarzen Kutten, weißen Kleidern, musste vom Weihrauch husten und habe ca. 200 Photos geschossen.

Semana Santa in Antigua 2014: Ein Erlebnis

Semana Santa in Antigua 2014: Ein Erlebnis

Kurz zur Prozession, und es gab viele!: An jeder Prozession nehmen Tausende teil und sie gehen für viele Stunden. Du siehst Römer auf Pferden und zu Fuß, Menschen mit dem Kreuz durch die Straße laufen und viele viele lila Kutten. Die riesigen Barren mit den Statuen werden getragen und an jeder Ecke tauschen sich die Träger der Barre aus. Bei der Prozession am Freitag zum Tod Jesu wurde schwarz getragen und 90 Männer haben die Jesusbarre und 50 Frauen die Mariabarre getragen. Nur die Männer mit der Jesusbarre dürfen als erstes über den Alfombra laufen. Danach dürfen auch alle anderen und somit bekommen die Frauen und Mädchen mit Maria immer nur die Reste vom Teppich.

Semana Santa in Antigua 2014: Die Alfombras

Semana Santa in Antigua 2014: Die Alfombras

Ich bin auch mal hinterher mitgelaufen über den zertretenen Teppich, hier hatte man auch mehr Freiraum, als auf den Fußwegen. Die Menschen nehmen dann auch alles mit, was noch verwertbar ist vom Teppich: Blumen, Kerzen, Figuren… Direkt nach der Barre kommen die Musiker und dann direkt unmittelbar hinterher die Klimperlicht- und sonstigen Kram verkaufenden Menschen. Dann kommen auch sofort die Kehrmaschienen und Aufräumhelfer und binnen wenigen Minuten ist alles sauber und vom Spektakel nix mehr übrig. Dann hast Du auch wieder klare Sicht, denn keiner steht vor Dir und statt Musik hörst du Autos, die Straße ist wieder offen. Wenn du also nicht rechtzeitig da warst und nichts mehr von der Prozession siehst, heißt das nicht, dass sie nicht stattgefunden hat…

Jetzt bin ich auch wieder in Xela und Reise gleich wieder ab, nach Momos. Morgen geht die Schule wieder los!



As time goes bye…

2 04 2014
Rio Dulce und Utila

Rio Dulce und Utila

Wow, inzwischen sind Wochen vergangen und ich habe soooo viel erlebt, es sprudelt an Gedanken und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so viele Eindrücke und es ist nahezu unmöglich (und auch viel zu viel), die letzten Wochen jetzt im Detail zu beschreiben. Es war vorher nicht möglich, hier zu schreiben, da wir oftmals weder Wifi noch abends Elektrizität hätten und somit auch das Pad nicht geladen werden konnte. Viele Hostels sind mit einem Generator ausgestattet, so dass es von 22:00 bis 6:00 keine Elektrizität gibt.

Xela days

Xela days

Also kurz zusammengefasst: ich habe noch drei Tage in der Schule Miguel de Cervantes verbracht, mich mit Sylvia von Childrens Charity getroffen und die Schule in Momostenango besucht, das wäre eine Option für Volunteering… Dexter und ich sind gemeinsam nach Lanquin gereist, haben die Strömung des Flusses hautnah erlebt, leider River Tubing und den Bat Cave verpasst, dafür aber einen relaxten Tag in der Hängematte genossen, sind mit dem PickUp nach Semuc Champey gefahren, haben im Hostel Utopia eine andere Art von Hostel kennengelernt, sind ins El Portal umgezogen und waren im sagenhaften parque Natural in Semuc und haben in den Becken gebadet, die Aussicht genossen, den Wasserfällen gelauscht… Ich bin nach Flores uns Tikal gereist, habe eine Nacht im Dschungel in Tikal verbracht, bin im Pool unter den Sternen geschwommen, konnte dem Affengebrüll nachts um 1 lauschen, habe mich um 4:00 aus dem Bett gequält und zum Sonnenaufgang den Tempel IV erklommen, leider einen bewölkten Himmel mit versteckter Sonne gesehen, dafür aber die Affen erneut brüllen gehört. Allein das war unglaublich und einmalig.

Semuc Champey

Semuc Champey

Dank Tikal ging viel zu viel Geld drauf, so dass ich zurück nach Flores gereist bin und dank eines glücklichen Zufalls Abdul und Dexter im Hostel Los Amigos wieder getroffen habe. Zu dritt ging die Fahrt weiter, fast jeden Tag ein neuer Ort: Mit dem Bus (linea Dorada) nach Rio Dulce (die Stadt ist nicht wirklich erwähnenswert) und per Boot ins Hostel Casa Perico mitten in der Natur am Lago de Izabal am Seitenarm des Rio Dulce. Neben Insekten, Kröten, Ameisen und Moskitos begrüßte uns der Honigbär „Toto“. Ja wirklich, ein junger knuddeliger nachtaktiver und tagsüber schläfriger Bär hüpft in die Hängematte und spielt mit Dir! 🙂 das Hostel ist definitiv zu empfehlen, ruhig und abseits gelegen und wir hatten das Glück, den gesamten Dorm für uns zu haben. Die Betten sind alle mit einem Moskitonetz ausgestattet, so dass zu meinen ca. 40 Stichen wenigstens hier keine neuen dazu gekommen sind 🙂 Später tuckern wir mit dem Kayak durch die Kanäle, fühlen uns wie Abenteurer, rufen im Hostel Finca Tatin an und werden nachmittags (Guatemalean Time 😉 ) abgeholt, auf gehts mit dem Boot zu viert (Inzwischen gehört Stefano mit zu unserer „Reisegruppe“) zur Finca am Lago El Golfete, die uns von vielen Reisenden empfohlen wurde.

Flores and Tikal

Flores and Tikal

Wieder ein neues Hostel, nettes Ambiente, Familienatmosphäre und wir treffen bekannte Gesichter aus anderen Orten wieder. Irgendwie hat doch jeder Backpacker hier so ziemlich die gleichen Spots und man trifft sich immer wieder. Abends gibt es für alle das gleiche Essen für 50Q, ein Gängemenü, mit Suppe, Tortillas, Gemüse und Fleisch. Am Steg hängt eine „Tarzanliane“ am Baum zum Schwingen mit obligatorischem Sprung ins Wasser, das Wasser ist warm und super zum Schwimmen, am nächsten Morgen wandern wir durch den Dschungel zum Tiger Cave, Baden im See mit Wasserfall und klettern durch die Höhle, schippern mit dem Kayak über den Fluss, steigen in die Hot Springs, nicht zu vergleichen mit Georginas Fuentes, da sie klein sind und etwas stinken, aber dafür kostenlos und im Restaurant nebenan gibt es für diese Gegend günstige Burger. Allein schon an den logistisch begrenzten Möglichkeiten wird klar, warum es hier teurer ist und das gleiche Abendessen für alle gibt, wir rudern zur Tienda am Fluss und kaufen Cup Noodles und genießen unser Abendmahl unter den Sternen am Steg. Allein schon für diese Ruhe (mal abgesehen vom Schulausflug der Kanadier mit ca. 20 Schülern) lohnt es sich, herzukommen. Es ist ein Ort, wo man „hängenbleiben“ kann, wie eine Community mit Ping Pong, DVD Raum, Büchern, Hängematten, Wäscheplätzen, Spielen und Rings um Dich herum der Fluss und der Dschungel.

Rio Dulce and Livingston

Rio Dulce and Livingston

Auch hier verabschieden wir uns relativ schnell und düsen am nächsten Tag per Boot nach Livingston, sehen eine Vielfalt an Vögeln und Pelikane und kommen zu einer Stadt, die so anders ist, als alle vorhergegangenen Städte und eher an Belize oder Jamaika erinnert, mit karibischem Flair und der einmaligen Garifuna Kultur (wer mehr dazu wissen möchte, schaut hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Garifuna 🙂 Die Stadt bietet Restaurants und Bars, Souvenirshops, Kleidung und Travel Agencies und mehr; hier können wir alles kaufen, was in den letzten Tagen nicht so einfach möglich war. Wir nehmen ein günstiges Hostel (25Q. p.P.), trinken Coco Loco (Kokosnuss mit Rum) und genießen Meeresfrüchte und Fisch, trinken den hier berühmten Guifiti und schauen uns eine einheimische Trommelperformance im Ubafu an. Es gibt nicht wirklich viel zu tun hier, nicht weit vom Zentrum gibt es Strände und einer der schönen frei zugänglichen ist die Playa Salvador Gaviota. Wir schwimmen in der bahia de amatique und folgen den Wellen im warmen Salzwasser, buchen das Hotel für die nächste Nacht und relaxen unter Palmen, es fühlt sich an, wie ein Traum und ist auch einfach nur traumhaft. Wir besuchen die sieben Altäre, natürliche Becken mit Wasserfällen im Dschungel, essen abends am Strand und nehmen am nächsten Morgen um 7 ein Taxi, dass uns zum Dock bringt. Wir hatten überlegt, ein Shuttle nach La Ceiba zu nehmen, denn da soll es als nächstes hingehen, aber uns dann doch dagegen (50$) entschieden und wollen es mit den öffentlichen Bussen versuchen, auch wenn das bedeutet, dass wir mehrmals umsteigen müssen… Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, nach Honduras zu reisen, aber ich hatte nicht viel mehr geplant, als Spanisch zu lernen und bei einer Organisation zu arbeiten, und da die Arbeit nicht vor April startet… lasse ich mich treiben und genieße die Reise…

Rio Dulce und Utila

Rio Dulce und Utila

Mit dem Taxi geht es also in die Stadt, von da nehmen wir das Boot nach Puerto Barrios, folgen einem Jungen zum Shuttle Bus, fahren bis zur Grenze nach Honduras , trinken unseren ersten Kaffee in Honduras und steigen in den öffentlichen Greyhoundbus, ich kaufe Gebäck im Bus, wir werden gerufen, steigen aus und um in einen Shuttle Bus nach San Pedro Sula, fragen im Terminal bei mehreren Busanbietern an und nehmen Diana Express nach La Ceiba über Tela, steigen um ins Taxi und finden unseren Schlafplatz im Hostel Estadio. Puh, das war ein Trip…Kostenfaktor: ca. 25$ insgesamt und es ging alles super glatt! ich bin glücklich und dankbar für die Menschen, die uns so nett und freundlich geholfen haben, unseren Weg zu finden!

Auf nach Honduras

Auf nach Honduras

Am nächsten Morgen geht es zur Fähre und für 28$ auf nach Utila, einer Insel, die zu den Bay Islands gehört und berühmt ist zum Tauchen im karibischen Meer. Wir sind auf einer Insel!!! (Hier wird hauptsächlich Englisch gesprochen, also nicht der idealste Ort, um Spanisch zu lernen 😉 ) Wir entschließen uns spontan, Tauchen zu lernen und schauen uns nach Tauchschulen um, diese sind hier angeblich die günstigsten in Zentralamerika. Nach einer Auswahl zwischen UDC, Morgan’s, Alton’s und Underwatervision entscheiden wir uns schließlich für Alton’s, ich kann gar nicht genau sagen, warum, aber wir fühlen uns wohl, haben ein Privates Zimmer direkt am Karibischen Meer und wenn ich aus der Tür trete und zwei Schritte gehe, stehe ich mit meinen Füßen im Sand mit Blick auf den Steg mit Der Bar, Hängematten und Booten daneben. Der Sonnenuntergang ist direkt vor meiner Nase und in 2 Minuten bist Du im klaren Wasser und schwimmst…

Utila

Utila

Unser Instructor heißt Riba, kommt aus Honduras und hat mit 12 Jahren angefangen, zu tauchen. Wir schreiben uns für den PADI Open Water Diver Kurs ein (4 1/2 Tage, 6 Dives, theoretisches Examen und praktische Anwendung der Skills… für 279$). Schon am ersten Tag geht es mit der Theorie los und den 5 Videos zum Kurs, am nächsten gibt es zwei Tauchgänge im confined Water… Der Kurs ist in englisch, so dass ich jetzt nur die englischen Begriffe kenne 🙂 Das erste Atmen unter Wasser soll man angeblich nie wieder vergessen… mhm… Also ich hab es nicht gut hinbekommen, musste lernen, durch den Mund zu atmen und dem Regulator zu vertrauen, doch von Tag zu Tag wurde es besser und interessanterweise lief es für mich besser im offenen Wasser. Ins offene Wasser ging es direkt am zweiten Tag und es war wundervoll, zu tauchen, so richtig zu tauchen mit Equipment und Wetsuit, erst 12 Meter, am nächsten Tag 18… direkt am Korallenriff mit Fischen und einem riesigen Lobster, den Blubberblasen, die aus dem Regulator im Mund kommen und dem „Spiel“ mit der Buoyancy… und dem anderen Schwimmstil mit Taucherflossen. Ich habe ja daran gezweifelt, aber ich habe es geschafft, am 31.03.2014 habe ich mich als Open Water Diver zertifiziert!!! Jetzt darf ich mit Instructor oder Buddy bis zu 18 Meter tauchen und das nächste Level wäre Advanced OWD mit 30 Metern. Juhu, jetzt brauche ich nur noch Tauchspots…

Heute ist der 1. April und ich bin schon fast zwei Monate unterwegs, die sich anfühlen wie zwei Wochen, ich habe so viel gesehen und erlebt und bin noch abenteuerlustig und würde gern weiterreisen nach Nicaragua und Panama und, und, und… doch ich lege eine Reisepause ein, ich habe mit der Childrens Charity vereinbart, in Momostenango als Volunteer als Englisch- und Computerlehrer zu arbeiten und Reise somit morgen wieder zurück. Dexter reist weiter nach Nicaragua, Abdul und ich werden morgen um 6:20 die Fähre zurück nach La Ceiba nehmen und versuchen, von da aus per Bus nach Copan zu kommen, dann sieht der Plan so aus, dass ich über die Grenze zurück nach Xela fahre und von da aus nach Momestango… Ich bin gespannt, wie das wird (Meist ohne Elektrizität und Wasser) im kleinen Ort so anders als dieser hier und ein so anderer Plan als der des Weiterreisens.

Ich schmecke noch immer Salz und meine Ohren sind seit gestern zu, ich bin braun gebrannt und werde die Hitze vermissen. Wir sitzen gerade am Strand and trinken Bier und Cola, der letzte Abend hier in Utila…



Die Zeit vergeht schnell… in Xela

11 03 2014
Der Blick aus meinem Fenster

Der Blick aus meinem Fenster

Anscheinend sind die Sonn- und Montage meine Schreibtage… Jetzt bin ich schon eine Woche hier in Quetzaltenango (kurz: Xela) und inzwischen wieder allein unterwegs. Ich hatte mich mit Abdul zusammengetan und wir sind von San Pedro nach Xela gereist. Er ist gestern nach Guatemala City gefahren und ich bin noch nicht daran gewöhnt, wieder allein zu reisen. Na gut, so allein bin ich dann doch nicht, Dexter und Glenda sind ja auch hier. Aber der Reihe nach…

Wir sind also mit dem Pullman Bus nach Xela gedüst, haben die ersten Nächte im Hostal Quetzal bei der netten Lady und ihrem süßen Hund „Perla“ verbracht, haben das &Cafe mit ultra leckerem Café Latte und heißem Caramelbrownie und die Stadt entdeckt.

Xela Teatro

Xela Teatro

Es ist wunderschön hier, ich bin froh, her gekommen zu sein, denn egal, ob man schon vorher was im Netz gelesen hat oder einem Freunde erzählen, dass es schön oder nicht schön sei… Ich mach mich lieber selbst auf den Weg und entdecke die Stadt. Also meine Meinung: definitiv empfehlenswert! Quetzaltenango (kurz: Xela) ist die zweitgrößte Stadt und in der Zone 1, dem Stadtzentrum, ist alles übersichtlich und man findet alles, was man begehrt oder vorher vermisst hat: viele Cafés, einen wunderschönen Park, alte Gebäude im italienischen Stil, Supermärkte (kleine hier und große in der Zona 3), Buchshops, Spanischschulen, Kneipen, Bars, Restaurants (viele französische und italienische, also europäisch angehauchte guatemaltekische Restaurants 🙂 ), fast schon zu viele Clubs (mit Karaoke und so lauter Musik, dass einem die Ohren wegfliegen, obwohl kaum Menschen drin sind), Straßenstände und Märkte mit reichlich Auswahl an Snacks und Süßigkeiten für den großen und kleinen Hunger, eine gute Auswahl an Hostels und Hotels und Elektronikshops. Also perfekt für einen kurzen oder längeren Aufenthalt.

Xela I

Xela I

Ich hatte keine Ahnung, wie lang ich hier sein werde und jetzt ist es schon über eine Woche. Das ist definitiv der Vorteil am langsamen Reisen, wenn man Zeit hat und nicht von Ort zu Ort hetzen muss. Außerdem ist die Stadt gerade eine wundervolle Basis zum Verweilen. Achja, wir haben Dexter aus San Pedro getroffen und zu dritt versucht, ein Museum im Centro intercultural zu besuchen, was nicht ganz geklappt hat, da wir den Eingang nicht gefunden haben… Das lässt sich schwer beschreiben, aber: stell Dir einen Stummfilm vor, der schnell abläuft, in dem drei Menschen von links nach rechts und wieder zurück laufen, Leute fragen, aus Versehen in der Kunstschule landen, eine Einführung ins Textilwesen bekommen, die Bibliothek finden… und am Ende wieder vorm Museum stehen und schließlich erschöpft vom Suchen sich auf die Bank setzen und gebratenen Mais vom Stand essen… (Den Eingang haben wir nie gefunden und sind dann in die Mall zum Lebensmittel bestaunen und shoppen gegangen.)

Fuentes Georginas

Fuentes Georginas

Da ja auch „nur“ eine Stadt pro Woche zu „langweilig“ wär, sind wir am Dienstag zu den Fuentes Georginas gefahren. Besser gesagt: Wir haben den Bungalow (160,- Q. pro Person) in einem Reisebüro für die Hot Springs (Heiße Vulkanquellen) gebucht, die 115,- für den Transport gespart und uns stattdessen im Sinne des „local ways“ mit Handgepäck (die Backpacks blieben in Xela) auf den Weg gemacht. Mit dem kleinen und randvollen Minibus (ich bin ja wirklich nicht sehr groß, aber hier bemerke ich, dass ich im oder über dem Durchschnitt bin) ging es für 2 Q. zum Minerva Terminal. Am Markt haben wir einmal Nüsse mixto (1 Pfund für 10 Q.) gekauft, versucht, den Chicken Bus nach Zunil zu finden und es auch geschafft.

Beispiel für einen (uncolorierten) Chicken Bus

Beispiel für einen (uncolorierten) Chicken Bus

Mein erster Trip mit dem Chicken Bus! Wir haben Glück, er ist noch nicht ganz so voll und wir können atmen 🙂 auf geht es in die Berge. In Zunil angekommen, ist es genauso, wie uns beschrieben wurde: eine Gabelung liegt vor uns, rechts gehts in die Stadt, links hinauf in die Berge. Wir fragen einen Pickup Fahrer am Wegesrand, für 60 Q. will er uns mitnehmen, das ist viel zu teuer… Wir setzen uns und warten… Es kommen drei Leute, wir winken, der Fahrer ist zum Handel bereit und wir bezahlen pro Person 10 Q. Mit dem Fahrtwind im Nacken und der Eiseskälte fahren wir hinauf, hinauf zum Park zu den heißen Quellen!

 

Klettern in Fuentes Georginas

Klettern in Fuentes Georginas

Dieser Ort ist so wahnsinnig schön, er wäre ideal für Flitterwochen oder ein romantisches Wochenende fernab von der Städten… Wir wandern durch den Wald/Dschungel, steigen in die Becken; Dein Körper dampft, wenn Du aus dem Wasser kommst und Du spürst die Kälte nicht; abwechselnd geht es in eins der drei unterschiedlich heißen Becken… Die Zeit rast, wir essen Burger und Pollo im Restaurant, trinken Cola und den vorher gekauften Likör im Pool, es wird dunkel, wir gehen in unseren Bungalow Nummer 6, der rustikal aus Holz und Stein besteht und neben einer kalten Dusche ein Becken mit Zufluss des heißen Vulkanwassers besitzt und… im Schlafzimmer vor den Holzbetten ist ein Kamin! Daneben gibt es Feuerholz (das leider, wie alles hier, sehr feucht ist), Anzündehölzer, Streichhölzer und eine Kerze (da angeblich später keine Elektrizität mehr vorhanden ist, heute „leider“ schon).

Bungalow Nummer 6

Bungalow Nummer 6

Wir schaffen es, das Feuer anzuzünden und rösten die mitgebrachten Marshmallows. Wie toll ist das denn! Von außen dringt nur das Rauschen der Quellen an unser Ohr, so ruhig ist es hier, mitten in der Natur. Ohne uns würde das Feuer schnell ausgehen, mit unserem improvisierten Instrument (ein Strohhalm) klappt es wunderbar und mir wird nicht langweilig, dem „Feuerchen“ zuzusehen. Im Becken nebenan lassen wir Wasser ein und bald ist der gesamte Flur in Dampf eingehüllt, man sieht kaum mehr seine eigene Hand. Ich gehe dann nochmal hinaus zum Becken, es ist keine Menschenseele da und nur das grüne Licht der Scheinwerfer auf dem Wasser durchbricht das Dunkel der Nacht… In der Wärme der Glut im Kamin schlafen wir ein und spüren die Kälte nicht.

Am nächsten Morgen geht es auf dem gleichen Weg zurück, wie wir hergekommen sind. Kostenfaktor: ca. 200Q. für Übernachtung und Transport. Fazit: Absolut empfehlenswert!!!

My room in Xela I

My room in Xela I

Nachdem wir mit Dexter sein Hostel besucht haben und nach kurzem Überlegen sind wir am Mittwoch vom Hostal Quetzal ins Casa Nativos umgezogen. Das erste Hostel war schön und eine Mischung zwischen Hostel und Guestfamily, aber was neues ist auch nett, und vorallem so genial: das Casa Nativos mit Café ist ein Hostel in der alten, an Florenz erinnernden, Pasaje Enriquez und bietet auf einer Etage 3 große und in der oberen kleinere Zimmer. Das letzte im Gang ist für uns reserviert, ein großes Rot-beige gestrichenes Zimmer mit Wandschrank, Tisch, zwei Stühlen, Regal, Fenster mit Blick auf den Park und einem frisch gestrichenen Bild eines Mädchens an der Wand. Die Eigentümer haben das Hostel erst vor kurzem übernommen, wir sind also live bei den Verschönerungen dabei. Ich möchte wissen, wie das hier in einem Jahr aussieht, denn bisher gefällt es mir total. Das Café hat eine Terrasse und aus den Lautsprechern klingen Songs von Bob Marley.

Die Terasse vom Café Nativos

Die Terasse vom Café Nativos

Wenn ich jetzt noch alles im Detail schreiben würde, wäre dieser Eintrag noch um Einiges länger, also mal wieder kurz zusammengefasst die weiteren Erlebnisse 🙂 Abdul und ich waren noch in Salcaja, haben die alten Kirchen besichtigt, die hier berühmten Getränke Rompope (ähnlich dem Eierlikör, mit Eiern, Milch, Vanille und Rum) und Caldos de frutas (stark alkoholischer Fruchtwein mit Früchten aus 6 monatiger Gärung) gekauft und in Xela ausprobiert.

Spezialitäten in Xela

Spezialitäten in Xela

Ja, der Fruchtpunsch ist nicht zu unterschätzen! In Xela waren wir fast jeden Abend draußen unterwegs, sind die Straßen abgelaufen und haben alles Mögliche an den Straßenständen ausprobiert: heißen Fruchtpunsch für 7Q., Gringas (offener Burrito) für 15Q., mal mixto, mal nur Fleisch ohne Wurst (als Vegetarier wäre es schwer, hier an den Ständen was zu finden), Arroz con leche oder heißes Maisgetränk (habe den Namen vergessen) für 4Q., Burrito für 20Q., Hot Dogs verschiedener Größen von 6 bis 15Q. (Jumbo Double), frittierte Bällchen für 5Q., 3 Tacos für 10Q. Die Hauptzutaten aller Speisen hier sind m. E. Mayonnaise, Salsa und Zucker… viel Zucker.

Internationaler Frauentag am 8.3.2014

Internationaler Frauentag am 8.3.2014

Neben der wunderbaren Freizeit habe ich doch auch praktische Dinge getan, mich für 3 Tage in einer Schule zum Spanisch lernen und wiederholen eingeschrieben, mich mit dem Thema Volunteering befasst, Entremundos besucht und Kontakt zu Organisationen aufgenommen. Na mal sehen, was daraus wird, auf jeden Fall ist die Theorie immer anders als die Praxis und man kann sich vorbereiten, aber die Wirklichkeit ist eben erst dann da, wenn sie da ist. (Was für ein Satz, aber jetzt möchte ich ihn auch nicht mehr löschen…)

Inzwischen ist also Abdul abgereist und Dexter, Glenda und ich bewohnen den gesamten Flur. Es regnet hier öfter, als gedacht und die Clubs unter meinem Zimmer sind das einzige Manko momentan, denn die Lautstärke ist sehr gewöhnungsbedürftig, und fast jeden Tag erklingen die „Lieder“ mit abwechselnd Karaokeeinlagen, spanischer Folklore oder Trance-Mixen…aber pünktlich um 1Uhr nachts ist Funkstille, na zum Glück… jetzt ist es also soweit, die Musik wurde eingestellt und ich kann schlafen gehen 🙂



Days in San Marcos…

3 03 2014

Immer noch kein gutes Wifi, leider keine Bilder, aber jetzt und nur hier Originaleintrag vom 28.2.2014 🙂

Was ich gleich mal feststellen muss: ich bin so froh, meine Taschenlampe dabei zu haben, da San Marcos doch sehr anders ist als San Pedro. Hier ist fast nichts mehr los, sobald es dunkel ist. Nach dem letzten Kurs gestern so gegen 19:00 bin ich losgezogen und dachte, ich kann noch einkaufen gehen und dann noch was Essen. So einfach war das gar nicht. Erstens: es ist dunkel und viele Alleen sind nicht beleuchtet, Zweitens: der Shop hatte zu. Drittens: es gibt auch nicht so viele Bars und Restaurants, erst recht nicht offene um diese Zeit. Viertens: es ist viel teurer hier als in San Pedro. Gut zu wissen, dann seh ich mal, was ich an San Pedro hatte. Die erste offene Bar hat grad noch einen Tee serviert, bevor sie geschlossen wurde, in der zweiten habe ich dann für 30Q. eine Karottensuppe gegessen, die laut Rechnung mit 10% Tipp versehen wurde und am Ende habe ich von den 35Q. dann auch keine 2Q. Rückgeld mehr bekommen. Zum Vergleich: in San Pedro bekommst Du für 23Q. einen guten Burrito oder Falafel oder Chicken Curry… Allerdings habe ich dann einen Straßenstand gefunden und für 5Q. Tamales mit Bohnen und Karotten gegessen und war total satt danach, cool, sowas gibt es hier also auch 🙂

Was ich auch noch feststelle: ich liebe die Natur, aber Spinnen im Bad mag ich trotzdem nicht und auch nicht wirklich immer Hunde um einen herum den ganzen Tag lang, streunend, bellend, kämpfend, nach Deinem Essen schnappend… meistens stört es mich nicht, aber manchmal schon… Uuuund: nach einer Weile schlafen meine Beine ein, wenn ich im Schneidersitz sitze, das nervt ziemlich…aber laut Alexis, meiner Zimmernachbarin, ist das völlig normal… Und die Rückenschmerzen wohl angeblich auch… Ich werde mich mal nach Massagen umschauen, denn Rückenschmerzen habe ich tatsächlich.

Übrigens, hier in San Marcos verkaufen alle Backpacker, Langzeit-dableiber und „alternative Lifestyle living People“ etwas: Dienstleistungen, wie Massagen, Yoga- , Tai Chi- und Reikiurse oder selbstgebackene Energyballs, Cookies, Kombucha oder Schokomousse in Avocadoschalen. Daneben ist die lokale Bevölkerung mit Straßenständen mit Obst und Gemüse, die Frauen, die Bananabread statt Hola sagen, wenn sie dich sehen, Kinder, die Schokolade verkaufen, Tiendas mit Chips, Cola und verpackten Lebensmitteln und manchmal Kleidung (heute habe ich eine mit Mayamustern bestickte handgemachte Hülle für die Gitarre gesehen). Manchmal frage ich mich, ob wir als „Westerners“ die Orte nicht nur verschönern, sondern auch verschlechtern und ob es nicht besser ist, die Einheimischen zu unterstützen, statt die selbstgebastelten Ketten der „Traveller“ zu kaufen. Ich weiß es nicht, aber ich hinterfrage es.

Und jetzt der am 02.03.2014, 22:22 geschriebene, doch leider aufgrund der WiFi Unterbrechung jetzt erst (03.03.2014, 9:10) online gestellte Eintrag:

Inzwischen sind auch die Tage hier in San Marcos schon wieder vorbei, alles geht so schnell…

Ich war im See schwimmen, habe den Sternenhimmel genossen, an einem Ayurveda Kochworkshop teilgenommen (und es war super interessant und lecker: ein indisches Gericht mit Dal und Reis und eine so unglaublich einfach herzustellende und leckere und gesunde Nachspeise), habe eine Reiki Massage mit Chakra Interpretation erlebt (interessant und neu, aber ich bevorzuge persönlich dann doch andere Massagen), Atemübungen gelernt, meine Balance beim Yoga etwas verbessert, mich belesen; Traumreisen erlebt, neue gedankliche Wege entdeckt, an einem Astral Journey im wunderschönen Yoga Forest teilgenommen; ein Spanisch Lehrbuch gekauft, doch nicht geschafft, es zu lesen; habe ein Buch geschenkt bekommen, den Chai im Shambala und Garlic Bread im Il Giardiono genossen; bin mit der Lancha bei Wind und Sonnenschein übern See geschippert; habe Geld geliehen, weil die ATM’s mal wieder kein Geld hatten, und und und… Und ich habe einen mächtigen Regen erlebt: der war wirklich Wahnsinn am Freitag: ich saß beim Straßenstand um die Ecke mit einem Teller Empanadas mit Salat und dann ging es richtig los, die Straßen waren überflutet, es bildeten sich kleine Wasserfälle, ich hatte keine Taschenlampe mit und da es nach einer Stunde Warten unter der Plane nicht besser wurde, bin ich zurück, mit den Sneakern durch die Pfützen in der Dunkelheit, Jeans, Sweater und Jacke völlig durchnässt…

Es waren interessante, manchmal auch anstrengende Tage, jeden Tag von 7-8:30 Yoga, dann 10:30 ein Kurs zum Thema Metaphysics und um 17:00 Meditation. Anstrengend vor allem körperlich, denn ich bin die halbstündige im Schneidersitz verharrende Position zur Eröffnung der Kurse nicht gewohnt und habe Rückenschmerzen. Diese „Qual“ war unter anderem ein Punkt, warum ich nicht bis zum Ende des Mondkurses geblieben bin. Aber der Hauptgrund ist die Reiselust, die in meinem Kopf ist und heute bin ich mit Abdul zusammen dann auch direkt weiter gereist: mit dem Pullman Bus ging es zwischen 1 und 2 in San Pedro los, und jetzt sitze ich gerade in Xela im Quetzal Hostel, habe Tortillas mit Queso und Fruchtpunsch im Bauch, eine eben erworbene neue Kette um den Hals, meinen dicken Pullover an – denn es ist deutlich kälter hier – trinke einen Tee und werde gleich schlafen gehen, bin seit 6 wach, unterwegs, geschafft und müüüüde 🙂

In Gedanken bin ich zur Hälfte hier, zur anderen Hälfte noch in San Marcos… Die ersten zwei Tage habe ich stark gezweifelt an alledem, doch jetzt im Rückblick war es tatsächlich eine schöne Erfahrung, ich habe viele Menschen kennengelernt, super schöne interessante Konversationen gehabt, neue Ideen gehört und meine Gedanken mit neuem Wissen erweitert. Auf jeden Fall ist der Ort nach einer Woche für mich zu einer Oase der Ruhe und Freiheit geworden, mit wunderschönen Momenten, die man schwer beschreiben kann und selbst erlebt haben muss…

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Let’s try San Marcos

25 02 2014

Da es kein Wifi in meinem neuen Heim gibt, komme ich erst heute dazu, den Blog zu aktualisieren und es hat sich mal wieder viel angesammelt… Und da das WLAN so langsam ist, sind diesmal auch leider keine Photos dabei… Hier also verspätet der neue Eintrag:

Krass, heute ist der 24. Februar und es ist Montag. Ich bin so gar nicht in der Zeit, ich weiß nie das Datum und den Wochentag nur wegen der Schule. Ah ja, die Schule ist erstmal vorbei. Am Freitag war mein letzter Schultag, denn ich habe mich für eine Pause entschieden, die zwei Wochen am Stück waren hart und mein Kopf ist voll und ich switche immer zwischen englisch, deutsch und manchmal Spanisch. San Pedro ist wunderschön und die Schule ist super, aber es sind zu viele Touris hier, so dass man kaum Spanisch braucht und spricht. Ich kenne jetzt so ziemlich alles hier im Ort, habe viele Menschen getroffen und verabschiedet und mich jetzt dazu entschlossen, für eine Woche nach San Marcos zu gehen.

Aber der Reihe nach: Was ist diese Woche so passiert? Neben der Schule von 1-4 und dem Club of Conversation von 17:15 bis 18:00 habe ich eine Menge Freizeit genossen. Am Montag ging es in den Alegre Pub: diese Woche zeigen sie täglich Filmklassiker und wir haben zum Film „Departed“ typisch Pub mäßig Burger gegessen. Ich weiß nicht mehr genau, ob es Mittwoch oder Donnerstag war, aber ich bin zum ersten Mal in einen Club (Sublime) gegangen und habe versucht, zu Salsa Musik zu tanzen. Das hat nicht ganz so geklappt, da ich die Musik nicht wirklich mag, aber dank Ladys Night gab es Cuba Libre Drinks for Free all Night Long till 10 P.M., was das „Tanzen“ erleichterte. Insgesamt gab es also fast nur weibliche Besucher 😉

Wir haben jeden Tag wunderbares Wetter und Nachts fast durchgehend einen sternenklaren Himmel. Bei Sonnenschein haben wir uns am Samstag ins Kayak gewagt und auf ging’s zu viert für 15Q. die Stunde zum anderen Ufer nach San Pablo. Leider gab es da nur eine Anlegestelle und kein Café oder Restaurant oder ähnliches, so dass wir erst in San Pedro wieder an Land gingen und uns mit einem wunderbaren Pad Thai belohnten, nach dem obligatorischen „Abhängen“ in der Hängematte vor meinem Zimmer sind wir abends recht teuer ins D’Noz zum Abschiedsessen von Dave, dem Engländer, gegangen und nach einem kurzen Abstecher ins Sublime bin ich ziemlich müde ins Bett gefallen.

Es ist nicht so, dass ich insgesamt nur in drei Bars war, aber ich muss ja nicht jedes Essen in jedem Restaurant kommentieren, obwohl ich es eigentlich könnte und dann an Lonely Planet senden könnte 😉 Jedenfalls waren wir Sonntag nochmal im Alegre Pub. Eigentlich wollte ich meinen Blog schreiben, aber spontan wurde ich zum Billard überredet und da grad auch noch Quiz Night angesagt war, haben wir uns da auch noch angemeldet. Unser Name: Cookies and Cream (der Vorschlag kam von Andrew, da zwei braun gebrannte Jungs und ich, als quasi „Weiße“, das Team bildeten). Vorher habe ich nach dem stärkenden licuado (diesmal Gurke, Karotte, Zitrone) meinem leichten Muskelkater vom Kayaking noch neuen Muskelkater hinzugefügt: wir sind gegen 14:00 auf die Pferde gestiegen (meins hieß Margarita und war 7 Jahre alt) und durch die Straßen zum Berg geritten, um uns dann am hinter Gebüsch versteckten Strand zu erholen. Am Anfang war das nicht so mein Ding mit dem Reiten, erst recht nicht, wenn es mal eben nicht mehr nur gemächlich traben wollte… aber am Ende war es dann einfach nur super, auch wenn Du ständig aufpassen musstest, dass Du nicht mit dem Kopf gegen die herunterhängenden Kabel knallst, die Dich sonst in normaler Höhe nicht so sehr interessieren….

Inzwischen bin ich in San Marcos. Ich habe mich für eine Woche Yoga Retreatment mit Unterkunft und drei Kursen täglich in Las Piramides entschieden. Nach einigen Mails, war alles gebongt und heute Morgen um halb 8 ging die Reise los. Ich hole mir unterwegs einen Kaffee im Internetcafe (der meines Erachtens der beste hier ist), laufe zum Pana Dock und nehme die Lancha nach San Marcos. Mein Zimmer ist um viertel vor 9 noch nicht bezugsfertig, also laufe ich durch die Gegend, ich habe Zeit bis viertel nach zehn, halb 11 geht der erste Kurs los…

Jetzt ist es bereits 20:00, ich musste um 1 nach San Pedro zurück, um Geld zu holen, da es in San Marcos keine ATM gibt und ich die Woche heute bezahlen muss. Die Chance habe ich genutzt und Quesadillas für 25Q. gegessen, einen super guten Café Latte getrunken, mich mit Abdul getroffen, Brot vom Italiener für 15Q. gekauft und bin dann gegen 4 wieder zurück, um pünktlich zum Kurs um 5 zurück zu sein. Ich glaube, es ist langsam normal, dass ich öfter an meinen Entscheidungen zweifle, denn auch diesmal frage ich mich, ob es richtig war und ist, aber jetzt bin ich hier und mache es einfach. Es sind fast nur Frauen hier und der Mondkurs, der gerade stattfindet, dauert 4 Wochen und ich bin neben zwei anderen von ca. 27? die einzige neue hier. Ich wohne in einem pyramidenförmigen Bungalow aus Holz mit zwei anderen und schlafe oben. Es gibt insgesamt eine Steckdose und zwei Glühbirnen. Auf dem Gelände gibt es 3 sanitäre Einrichtungen, eine Küche, mehrere Sitzplätze, einen Kräutergarten, einen Tempel, die Rezeption und viele Pflanzen und Bäume und nachts das Zirpen der Insekten. Das Haupttor zum Gelände wird um 9h abends geschlossen, so dass ich mich auch an diesen Rhythmus erst einmal gewöhnen muss… Ach ja, morgen früh um 7 findet Yoga statt…

Hier noch die finanziellen Informationen der Woche: Eine Dose Cuba Libre kostet im Laden 5Q. und in der Bar auch, genauso viel wie eine Flasche Cola in der Bar. Diese kostet im Laden sogar 6, ist also teurer als mit rum… Insgesamt ist cuba libre mit das günstigste hier, eine Flasche Bier kostet 8 sowohl im Laden als auch in der Bar, manchmal in der Bar auch nur 7,50. mojito in der Bar kostet 15. gestern auf dem Markt haben wir für 1,50 tamales gegessen, für 10 einen frisch gepressten Orangensaft mit Karotte und Ingwer und an den Straßenständen kostet ein taco oder Brot gefüllt mit Frejoles, guacamole, Salat, Käse… 4 bis 5Q. 4 Minibananen kosten 1Q. Gestern wollte ich mir ein Eis kaufen, die Kugel kostet 12Q und ein Eis aus der Tiefkühltruhe 2Q…